
Wer im Privaten, für kleine Entwicklung, die alltägliche Arbeit oder das große Business viele Daten verwalten muss greift seit vielen Jahren zu einer Datenbank. Die Auswahl der Datenbank gestaltet sich dann je nach Anwendungsfall leichter oder schwerer. Wer eine kostengünstige bzw. kostenfreie Datenbank benötigt ist mit mySQL, Firebird oder eine der vielen anderen Alternativen sehr gut bedient. Wer eine umfangreiche und sehr mächtige Datenbank braucht und ein wenig Know-How mitbringt kann mit PostgreSQL auf ein komplexes System zurückgreifen ohne, dass große Kosten entstehen. Wer aber für den Enterprise Bereich wie im Bankenwesen, bei Börsen, Versicherungen oder Telekommunikation jeden Tag Millionen von Abfragen auf Datensätze verarbeiten muss und einen Datenstamm von vielen TeraByte verwaltet der greift zum Beispiel zu DB2 von IBM oder Database 11g von Oracle.
Nun gibt es aber auch Anbieter wie Microsoft deren Lösung viel zu teurer für kleinere Projekte oder die alltäglichen Arbeiten ist aber auch zu schlecht für den Enterprise-Bereich ist und dennoch verkauft werden soll. Es ist schon amüsant zu beobachten wie Microsoft krampfhaft mit seinem einzigen großen Kunden, dem National Association of Securities Dealers Automated Quotations (NASDAQ) wirbt und versucht die Kunden zu täuschen. Mit großen Kampagnen wirbt Microsoft damit wie gut MSSQL für so kritische Bereiche wie dem Finanzsektor ist. Verheimlicht wird dabei jedoch, dass das NASDAQ eine vergleichbar winzige Börse ist. Während größere Institutionen wie die Deutsche Börse über 150.000.000 Transaktionen pro Tag realisiert kommt das System von NASDAQ gerade mal auf 100.000 Transaktionen pro Tag. Es ist also recht dreist mit einem Kunden für einen Markt zu werben der weniger als 0,1 Prozent der Arbeit bewerkstelligen muss wie typische Unternehmen dieser Branche. Auch andere Kunden mit denen Microsoft wirbt spielen bei weitem nicht in der Liga der Unternehmen die zum Beispiel zu IBM DB2 oder Oracle Database greifen. Aus den verfügbaren Unterlagen von Microsoft geht hervor, dass keines der aufgeführten Systeme den Umfang von 10 TeraByte erreicht und damit keinen Anspruch hat als große Datenbank bezeichnet zu werden. Bereits vor Jahren lag die Untergrenze für solche Systeme bei 20TB. Datenbanksysteme wie bei der Deutsche Telekom (100 TB) oder WalMart (300 TB) liegen demnach weit über dem was Microsoft mit seinem SQL Server zu leisten im Stande ist.
Dennoch hat Microsoft für seinen SQL Server viele potentielle Kunden, da man immer mehr eigene Produkte durch unnötige Zwänge miteinander verbindet und der Kunde sollte er auf die Lösungen von Microsoft setzen kaum eine Wahl hat zu Alternativen zu greifen. Dieser Monopolmissbrauch hat bereits bei Windows, Office, Exchange, Active Directory, Internet Information Services und Windows Server funktioniert und wird auf Dauer sicher auf mit MSSQL funktionieren. Um dieses zu beschleunigen bietet Microsoft nun Oracle Kunden einen Rabatt von 50% an wenn diese von Oracle Database zu MSSQL wechseln. Dieser Preisnachlass wird durch massive Quer-Subventionen aus dem Monopolmissbrauch anderer Sparten ermöglicht. Doch ein Schnäppchen ist das Angebot nicht. Voraussetzung für den Rabatt ist der Abschluss einer Software Assurance für den SQL Server. Kostet die Enterprise Edition von MSSQL knapp 9.800 Euro liegt das Angebot mit Software Assurance und somit 50 Prozent Rabatt noch immer bei 7.400 Euro.
Doch selbst wenn man all dies ausblenden kann bleibt ein letzten aber grundsätzliches Problem. Der Microsoft SQL Server ist nur für Microsoft Server erhältlich. Systeme wie Oracle Database oder IBM DB2 laufen aber fast ausschließlich auf Unix und Linux Server. Wer also den MSSQL Server nutzen möchte muss zwangsläufig die komplette Server-Struktur migrieren und alle Anwendungen umstellen. Betrachtet man auch diese Tatsache wird das Angebot immer unattraktiver. Der Pool von potentiellen Kunden wird nach dem Einbeziehen aller Tatsachen immer kleiner und zum Ende verschwindend gering. Dennoch bleibt der Werbeeffekt von 50 Prozent Rabatt ohne weitere Fakten ein netter Werbegag.
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Mit freundlichen Grüßen
Michael Köchling :: YASB